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Gute Aussichten für die Photovoltaik: Die neue Bundesregierung setzt auf den schnellen Ausbau Erneuerbare Energien

Mitte Januar stellte der Bundesminister für Klimaschutz und Wirtschaft, Robert Habeck, die Klimaschutz-Pläne der neuen Bundesregierung für die nächsten vier Jahr vor. Darin wurden unter anderem wichtige Ziele zur Förderung von Projekten zur Steigerung des Anteils der Solarenergie an der Energieversorgung angekündigt.

Mitte Januar stellte der Bundesminister für Klimaschutz und Wirtschaft, Robert Habeck, die Klimaschutz-Pläne der neuen Bundesregierung für die nächsten vier Jahr vor. Darin wurden unter anderem wichtige Ziele zur Förderung von Projekten zur Steigerung des Anteils der Solarenergie an der Energieversorgung angekündigt. Die Solarbranche hat die neuen Pläne der Regierung bereits überwiegend für gut befunden, wie eine Umfrage des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) zeigte. Zu dieser Neuausrichtung wird voraussichtlich auch ein Solar-Beschleunigungspaket gehören, das noch vor Ostern vom Bundeskabinett beschlossen werden soll. Der schnellere Ausbau der erneuerbaren Energien dient als Grundlage für die Wärme- und Verkehrswende mit dem Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Stromnetz bis 2030 auf 80 Prozent zu erhöhen. Um dies zu erreichen, sollen die Ausschreibungsvolumina, die sich an einem Bruttostromverbrauch von 715 Terawattstunden orientieren, schrittweise erhöht werden.

Photovoltaik im Fokus

Der Minister hob die Bedeutung der Photovoltaik hervor, als er seine Pläne zur Einführung eines neuen Solarbeschleunigungsgesetzes vorstellte. Dazu sollen sowohl Verbesserungen beim Mieterstrom zählen als auch eine allgemeine Solarpflicht in Form einer Installation von Photovoltaikanlagen auf jedem neuen gewerblichen und privaten Gebäude eingeführt für gewerbliche Neubauten. Und um den Ausbau der Photovoltaik zu beschleunigen, sollen die Ausschreibungsregelungen angepasst und vereinfacht werden. Dazu gehört z. B. die geplante Förderung von Anlagen, die die Teilnehmer an Ausschreibungen mit Einspeisevergütungen belohnen. Bisher müssen Dachanlagen bereits ab einer Leistung von 300 Kilowatt an einer Auktion teilnehmen, doch diese Grenze wird bald erweitert, ebenso wie der Bereich für Solarparkprojekte, die an Ausschreibungen teilnehmen können.

ESS-Batterien als weiteres Schlüsselelement für eine flexiblere Energieversorgung

Das Fraunhofer ISE hat in seiner Studie „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ aus dem Jahr 2021 errechnet, dass die installierte Leistung für Windenergie und Photovoltaik bis zum Jahr 2045 auf 550 bis 770 Gigawatt (GW) – das Fünffache bis Siebenfache der heutigen Leistung – steigen muss, um den Umbau der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien zu beschleunigen und eine reibungslose Energiewende zu gewährleisten. Der hohe Anteil fluktuierender erneuerbarer Energien erfordert jedoch „einen Paradigmenwechsel im Versorgungsmodell“, um die Versorgung so flexibel wie möglich zu gestalten. Neben der stärkeren Kopplung der Sektoren Energiewirtschaft, Gebäude, Industrie und Verkehr könnten auch Power-to-X-Technologien, Batteriespeicher und intelligente Kraftwerke zu Schlüsselelementen werden, die zu einer flexibleren Stromversorgung in Deutschland beitragen.

Windenergie, Gebäudeeffizienz, Elektroautos und klimaneutrale Produktion

Die weiteren genannten ehrgeizigen Ziele beziehen sich auf den Ausbau und die Beschleunigung der Windenergie – unter Berücksichtigung des Artenschutzes. Neben einem neuen „Wind-an-Land“-Gesetz, in dem zwei Prozent der Landesfläche für die Windenergie reserviert werden, sollen Abstandsregelungen angepasst sowie Genehmigungs- und Planungsverfahren vereinfacht werden. In Zusammenarbeit mit dem Bundesbauministerium will Habeck zudem das Gebäudeenergiegesetz novellieren und den Bau effizienter Neubauten zum zentralen Bestandteil machen. Die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen soll bis 2030 auf 15 Millionen steigen, so dass auch die Ladeinfrastruktur deutlich ausgebaut werden muss, um den neuen Strombedarf zu decken. Weitere wichtige Forderungen des Ministers richten sich direkt an die Industrie: Die Umstellung auf klimaneutrale Produktionsprozesse soll mit sogenannten Klimaschutz-Differenzverträgen ermöglicht und gefördert werden. Weitere Einzelmaßnahmen betreffen den Bau neuer Gaskraftwerke, die der Minister als Brückentechnologie sowie als Stabilisierungsfaktor für das Stromnetz beim Auslaufen der Kohleverstromung nutzen will, sollten Wind und Photovoltaik nicht genügend Strom liefern. In diesem Zusammenhang werden auch zusätzliche Förderprogramme aufgelegt, um die Marktreife der Wasserstofftechnologie zu unterstützen.

Straffer Zeitplan zur Umsetzung angekündigt

Damit Deutschland seine Klimaschutzziele bis 2030 erreichen kann, sollen erste Gesetze im Rahmen

eines Klimaschutz-Sofortprogramms bereits bis Ende April novelliert werden. Bis Ende 2022 sollen mit einem zweiten Klimaschutzpaket auch alle anderen erforderlichen Gesetze und Verordnungen angepasst oder in Kraft gesetzt werden.

Einen ausführlichen Überblick der Eröffnungsbilanz zum Klimaschutz bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz auch hier zum Download an.  

Bild: Foto von Lukas Rychvalsky via Pexels

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Autor

Stefan Krokowski

Stefan Krokowski

Stefan ist für den Vertrieb der RESU Produkte im europäischen Markt verantwortlich. Er befasst sich seit 2006 mit erneuerbaren Energien und seit 2013 mit Speichertechnik.
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